Cronostoria Lorenz by LeosWatches

Lorenz: Die Geschichte der italienischen Uhrenmarke seit 1934

Die Ursprünge in den 1930er Jahren: Tullio Bolletta und die italienisch-schweizerische Vision

Lorenz wurde 1934 in Mailand dank der Intuition des Uhrmachermeisters Tullio Bolletta geboren. In einer Zeit, in der die italienische Uhrmacherei ihre ersten industriellen Schritte machte, hatte Bolletta die wegweisende Idee, den raffinierten italienischen Stil mit der technischen Meisterschaft der Schweiz in einem einzigen Produkt zu verbinden. Diese Verschmelzung von Design und technischer Exzellenz sollte zum Markenzeichen werden. Es ist erwähnenswert, dass das Unternehmen ursprünglich "La Regale" hieß, bevor es endgültig den Namen Lorenz annahm. Die junge Marke eröffnete 1938 ein eigenes Atelier in der Via Montenapoleone, im Herzen des Mailänder Modeviertels. Dieser prestigeträchtige Standort unterstrich nicht nur die internationalen Ambitionen von Lorenz, sondern verband die Marke von Anfang an untrennbar mit der Mailänder Eleganz.

Schon in den ersten Jahren definierte Lorenz seine Identität durch Werte der unkonventionellen Eleganz und Bauqualität, getreu seinen eigenen Standards, aber offen für Innovationen. Eine starke Identität, die sich im Laufe der Zeit entwickeln sollte, ohne die grundlegenden Ideen von Tullio Bolletta zu verraten. Bolletta, leidenschaftlich und voller Ideen, patentierte bereits 1939 eine technische Erfindung: die sogenannte TI-BI-Flüssigkeit, eine Lösung zum Entfetten und Reinigen mikroskopisch kleiner Uhrwerke. Dieses scheinbar geringfügige technische Detail zeigt, wie sehr der Gründer nicht nur auf die Ästhetik, sondern auch auf Prozessinnovationen in der Uhrmacherei achtete. TI-BI wurde tatsächlich zu einem wichtigen Produkt für die gesamte Branche und wurde über Jahrzehnte hinweg hergestellt, ein Zeichen für den Pioniergeist, den Bolletta seinem Unternehmen verlieh.

1950er Jahre: Schweizer Uhrwerke und neue Marken

Im Jahrzehnt nach dem Krieg festigte Lorenz seine Philosophie "Italian style & Swiss made" durch die Aufnahme von Produktionskooperationen mit der Schweiz. 1951 wurden die ersten Lorenz-Uhren mit speziell für die Marke entwickelten mechanischen Uhrwerken in der Schweiz hergestellt, ausgestattet mit 19 und 25 Steinen und dem Incabloc-Stoßsicherungssystem. Dies waren hochwertige Kaliber, die Lorenz zur damaligen Zeit an die technische Spitze positionierten und den Wunsch bestätigten, italienisches Design und Schweizer Ingenieurskunst in jedem Zeitmesser zu vereinen.

Gleichzeitig begann Lorenz, sein Angebot durch die Schaffung von Zweitmarken für verschiedene Marktsegmente zu erweitern. 1952 führte Tullio Bolletta eine zweite Marke ein, Laurens, die Lorenz mit Uhren der zugänglicheren Preisklasse ergänzen sollte. Später kam noch die Marke Bino hinzu, wodurch die Präsenz des Unternehmens auf dem Markt mit verschiedenen Linien verstärkt wurde. Diese strategischen Schritte ermöglichten es Lorenz zu wachsen und verschiedene Zielgruppen abzudecken, von den High-End-Modellen von Lorenz bis zu den günstigeren Modellen unter anderen Namen, wobei jedoch bei allen die gleiche Sorgfalt in der Verarbeitung beibehalten wurde.

1960er Jahre: Innovation, Design und der erste Compasso d'Oro

Orologio da Tavolo in Acciaio Verde Static di Richard Sapper

Die Lorenz Tischuhr Static (entworfen 1957-59) von dem jungen Richard Sapper: Ihr schräges zylindrisches Gehäuse entstand, um Kriegszeitmechanismen wiederzuverwenden. Dieses Modell gewann 1960 den Compasso d'Oro und gilt bis heute als Design-Ikone, so dass es in Museen wie dem MoMA in New York ausgestellt ist.

Die 60er Jahre markieren die endgültige Etablierung von Lorenz in der internationalen Designszene. 1960 erhielt das Unternehmen seine erste prestigeträchtige internationale Auszeichnung, indem es den Premio Compasso d'Oro – die höchste italienische Auszeichnung für Industriedesign – mit der Tischuhr Static gewann.


Dieser revolutionäre Zeitmesser, entworfen vom damals aufstrebenden deutschen Designer Richard Sapper in Zusammenarbeit mit Tullio Bolletta, wurde zu einem Symbol für Innovation. Die Static hatte eine ungewöhnliche Torpedoform, die dazu gedacht war, spezielle Zeitmechanismen aus dem Krieg (ursprünglich für Torpedos bestimmt) aufzunehmen und schräg auf dem Tisch zu balancieren. Das Zifferblatt verwendete Komponenten aus der Luftfahrtinstrumentierung und verband moderne Ästhetik mit technischer Funktionalität. Das Ergebnis war ein Objekt mit einer minimalistischen und zugleich dynamischen Ästhetik, das sich optisch „bewegte“, obwohl es stillstand. Die Static brachte Sapper 1960 seinen ersten Compasso d'Oro ein und begründete für Lorenz eine Tradition der Design-Exzellenz. Auch heute noch gehört diese ikonische Uhr zu den Dauersammlungen wichtiger Designmuseen (vom MoMA in New York bis zur Triennale di Milano), was ihren historischen Wert bezeugt. Kurioserweise hat Lorenz nach Jahrzehnten der Nachfragen von Liebhabern beschlossen, die Static 2019 mit einer neuen, komplett in Italien gefertigten Produktion wieder auf den Markt zu bringen und damit sein Designerbe zu feiern.

Der Erfolg des Static war kein Einzelfall, sondern der Höhepunkt eines lebhaften Jahrzehnts. In diesen Jahren trieb Lorenz weitere Design- und Kommunikations-Experimente voran. In den 1960er Jahren zeichneten sich viele Lorenz-Uhren durch zwei kleine Symbole aus, die ein Männchen und ein Weibchen darstellten, grafische Elemente, die auch in der Werbung mit dem Slogan „Lorenz geht mit dem Fortschritt“ verwendet wurden. Dieser spielerische Geist begleitete die Marke einen Großteil des Jahrzehnts, bis das Unternehmen Ende der Sechzigerjahre das neue Lorenz-Logo einführte, das bis heute Bestand hat: ein elegantes Symbol, das aus einem Quadrat besteht, das eine „L“ überlagert, eine Stilisierung eines Zifferblatts mit zwei Zeigern. Zuvor erschien der Name „Lorenz“ in kursiver Schrift auf den Zifferblättern, manchmal von einer kleinen vierzackigen Krone überragt. Das neue Logo um 1969 besiegelte die Modernisierung des Unternehmensimages, im Einklang mit dem zeitgenössischen Geschmack.

Im technischen Bereich ging Lorenz gerade in den 60er Jahren Kooperationen mit renommierten spezialisierten Schweizer Uhrenmanufakturen ein. Insbesondere begann die Partnerschaft mit Aquastar, einer Marke, die für professionelle Taucheruhren bekannt ist, und es wurden die Grundlagen für eine immer engere Beziehung zur Schweizer Edox gelegt. Lorenz wurde zunächst Distributor für den italienischen Markt von Edox und Aquastar und integrierte später die Kompetenz dieser Unternehmen in seine eigenen Hochleistungs-Taucheruhrenmodelle. Einige Uhren der späten 60er und frühen 70er Jahre tragen tatsächlich das Doppel-Branding "Lorenz Edox" auf dem Zifferblatt. Diese Schweizer Einflüsse ermöglichten es Lorenz, technische Zeitmesser auf hohem Niveau anzubieten, und nahmen den Trend zu Taucheruhren vorweg, der in den folgenden Jahrzehnten explodieren sollte.

1970er Jahre: Die Directime und die Herausforderung der Taucheruhren

Die siebziger Jahre stellten für Lorenz eine Zeit weiterer technischer Innovationen und Diversifizierung der Produktion dar. Um 1970 präsentierte das Mailänder Haus ein sehr besonderes Modell, die Directime, eine mechanische Armbanduhr mit springender Stunde (jumping hour). Die Directime setzte auf eine avantgardistische technische Lösung: Statt traditioneller Zeiger wurden Stunden, Minuten und Sekunden über drei rotierende Scheiben angezeigt, die in Fenstern auf der linken Seite des Zifferblatts sichtbar waren. Dieses System ermöglichte eine sofortige und ungewöhnliche Zeitanzeige, die den Charme der traditionellen Mechanik (das Uhrwerk war ein Schweizer Automatikwerk AS) mit einem für die damalige Zeit ausgesprochen modernen Design verband. Die Directime bestätigte die Neigung von Lorenz, originelle Lösungen zu experimentieren, und erregte die Aufmerksamkeit von Liebhabern innovativer Uhrmacherei.

Parallel dazu entwickelte Lorenz das Sortiment der professionellen Taucheruhren weiter, gestärkt durch das erworbene Schweizer Know-how. Als offizieller Importeur von Edox in Italien in den 70er Jahren konnte das Unternehmen Komponenten und Kompetenzen dieses Hauses kombinieren, um robuste und leistungsstarke Taucheruhren herzustellen. Es ist kein Zufall, dass genau in diesen Jahren ein legendäres Modell wie die Lorenz Hydro-Sub entstand, die bis zu 500 Meter Tiefe standhielt. Die Hydro-Sub – oft sowohl mit Lorenz als auch mit Edox gekennzeichnet – wurde zu einem der wichtigsten Beispiele der italienisch-schweizerischen Zusammenarbeit und zu einem der führenden Taucheruhren der damaligen Zeit. Darüber hinaus umfasste die Lorenz-Kollektion Taucheruhren mit exotischen Namen wie Delfin, Acapulco, Aquitania, Ouragan, die an ozeanische Abenteuer erinnerten und heute bei Sammlern sehr begehrt sind. Dank dieser Entscheidungen gelang es Lorenz in den siebziger Jahren, im Zeitalter der technischen Uhren Schritt zu halten und die Aufmerksamkeit auf die Marke hochzuhalten, auch in einem Jahrzehnt, das von der Quarzkrise geprägt war, die viele traditionelle Hersteller in Schwierigkeiten brachte.

Die 80er Jahre: Eleganz und Sportlichkeit im Quarzzeitalter

Mit dem Aufkommen der 80er Jahre erlebte der Uhrenmarkt eine radikale Transformation durch das Aufkommen von Quarzuhren. Lorenz begegnete dieser Zeit des "Uhr-Booms", indem es seiner DNA treu blieb, sich aber auch an die neuen Anforderungen anpasste. Inmitten des Quarzeras brachte das Mailänder Haus eine erfolgreiche Linie analoger Chronographen mit japanischen Uhrwerken und Alarmfunktion auf den Markt. Diese zuverlässigen und preiswerten Chronographen trafen den Geschmack des Publikums und wurden zu Referenzmodellen für die Fans der Marke, so dass sie auch heute noch auf dem Vintage-Markt begehrt sind. Die Fähigkeit von Lorenz, nützliche Komplikationen (wie den Alarm) in sportliche Chronographen zu integrieren, zeigte die Fähigkeit des Unternehmens, Tradition und Innovation auch in einer von der digitalen Technologie dominierten Ära zu verbinden.

Ebenfalls in den Achtzigerjahren entwickelte Lorenz Kollektionen, die sportlichen Geist und raffinierte Ästhetik vereinten. Ein emblematisches Beispiel war die Mitte des Jahrzehnts eingeführte Linie Montecarlo: sportliche Uhren mit Gehäuse aus schwarz eloxiertem Stahl, mit einem kernigen und modernen Look. Die Montecarlo-Kollektion war einer der größten kommerziellen Erfolge von Lorenz in dieser Zeit, so dass die aktuelle Kollektion Granpremio (viele Jahre später auf den Markt gebracht) sich ausdrücklich an diesen ikonischen Modellen der 80er Jahre orientiert. Montecarlo erfüllte nicht nur die Nachfrage nach ästhetischen Sportuhren, sondern nahm auch bestimmte Designtrends vorweg, die sich in zeitgenössischen internationalen Marken wiederfanden (einige Exemplare erinnerten optisch an die Orfina Porsche Design, die TAG Heuer oder sogar die sportlichen Rolex der damaligen Zeit).

Neben dem Sport vernachlässigte Lorenz auch die klassische Eleganz nicht. 1984, genau ein halbes Jahrhundert nach der Gründung, feierte das Haus das Jubiläum mit der Präsentation der prestigeträchtigen Kollektion Montenapoleone. Der Name erinnerte an den historischen Sitz in der Via Monte Napoleone und würdigte die Mailänder Wurzeln der Marke. Die Montenapoleone-Uhren zeichneten sich durch ihre Raffinesse in jedem Detail aus: elegante Gehäuse aus Stahl und Roségold, bewegliche Bandanstöße für eine perfekte Passform, hochwertige Uhrwerke und edle Oberflächen. Diese Kollektion verkörperte die klassische italienische Eleganz, verbunden mit Uhrmacherkunst, und ist bis heute ein Meilenstein der Lorenz-Produktion. Gegen Ende der 80er Jahre entstanden auch andere Linien, wie die Ouragan und die Acapulco (dem Bereich Wasser und Tauchen gewidmet), und Lorenz machte sich auch als Vertreiber einiger hochpreisiger Nischenmarken in Italien einen Namen (zum Beispiel wurde es Vertreter der eleganten Uhrenmarke Bertolucci). All dies festigte den Ruf von Lorenz sowohl im Bereich der Sportuhren als auch im Bereich der eleganten Uhren.

1994-2000: Jubiläen, zeitgenössisches Design und neue Auszeichnungen

An der Schwelle zu den 90er Jahren konnte Lorenz bereits auf eine über sechzigjährige Geschichte zurückblicken. Um diesen Meilenstein gebührend zu feiern, brachte das Unternehmen im Jahr 1994 (60. Jahrestag der Gründung) ein Gedenkmodell namens Anniversaire heraus. Diese besondere Uhr im Retro-Stil griff ästhetische Linien der Lorenz-Modelle der 50er Jahre auf, zeigte auf dem Zifferblatt das historische Kursivlogo und trug auf dem Gehäuseboden die Gravur des Lorenz-Männchens (das Symbol, das in den Kampagnen der 60er Jahre verwendet wurde). Das Anniversaire sollte in einem einzigen Zeitmesser die historische Entwicklung der Marke repräsentieren, indem es Vergangenheit und Gegenwart miteinander verband. Diese Initiativen trugen dazu bei, die kulturelle Identität von Lorenz zu stärken und die Verbindung zwischen der modernen italienischen Uhrmacherei und ihren Wurzeln zu unterstreichen.

Zu Beginn der 2000er Jahre zeigte Lorenz, dass es auf zeitgenössisches Design setzen wollte. 2003 erhielt das Unternehmen eine wichtige institutionelle Anerkennung: Die Handelskammer Mailand verlieh Lorenz den Titel „Historisches Unternehmen“ der Stadt, um den kulturellen und industriellen Wert des Unternehmens in der Region zu bezeugen. Doch die eigentliche Aufregung fand im Bereich des Produktdesigns statt: Ab 2005 lancierte Lorenz eine Designer Collection, an der bekannte internationale Designer beteiligt waren. Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums des ersten gewonnenen Compasso d'Oro (1960-1980) organisierte die Marke einen internationalen „Invitational“ – einen Einladungswettbewerb –, um eine neue Uhr zu entwickeln, die die charakteristischen Werte von Lorenz (d. h. italienisches Design und Schweizer Technik) am besten zum Ausdruck brachte. Fünf aufstrebende, aber bereits etablierte Designer der Welt wurden ausgewählt: darunter der Deutsche Werner Aisslinger, das spanische Studio CuldeSac, der Amerikaner Jozeph Forakis, der Italiener Gabriele Pezzini und der Brite Theo Williams. Der Wettbewerb war hart, aber am Ende setzte sich das Projekt des Studios CuldeSac aus Valencia durch.

Die Rückkehr des Designs: das Neos-Projekt und neue internationale Preise

Lorenz Neos (Chronographenmodell, 2007) entworfen vom spanischen Kollektiv CuldeSac: eine Uhr mit einem kühnen und modernen Look, mit einem "Sandwich"-Stahlgehäuse und gelben Harzdetails. Diese zeitgenössische Linie gewann 2008 den Compasso d'Oro ADI und markierte den zweiten Triumph von Lorenz bei diesem prestigeträchtigen Preis.

Lorenz Neos modello cronografo del 2007

Das Ergebnis des Invitationals war die Geburt von Lorenz Neos, vorgestellt im Jahr 2007 als Synthese aus Tradition und Avantgarde. Entworfen vom CuldeSac-Team, brachte Neos frischen Wind in die Uhrenlandschaft: das modulare sechsteilige Gehäuse mit "Sandwich"-Konstruktion aus Stahl und farbigen Einlagen, das schlichte, aber farbenfrohe Zifferblattdesign und ungewöhnliche Details wie ein konkave Polyurethan-Ring um das Gehäuse oder das Kautschukarmband mit einem leichten Vanilleduft. Diese innovativen Elemente verschmolzen jedoch mit der Tradition und Eleganz, die typisch für die Marke Lorenz sind, und schufen einen wirklich einzigartigen Zeitmesser.

Der Neos erntete sofort Kritikerlob und erhielt innerhalb weniger Monate wichtige internationale Auszeichnungen. 2007 gewann das von CuldeSac entworfene Modell den renommierten Red Dot Design Award in der Kategorie Produktdesign, ausgezeichnet für seine Originalität und hohe Designqualität. Im folgenden Jahr erfolgte die Krönung im eigenen Land: 2008 gewann Lorenz zum zweiten Mal den Compasso d'Oro ADI, eben dank der Armbanduhr Neos, die als beste in der Kategorie „Persönliche Objekte“ bewertet wurde. Dies war ein historischer Erfolg: Nur wenige Uhrenmarken können zwei Compassi d'Oro in ihrer Bilanz vorweisen. Lorenz bestätigte sich somit als Design-Protagonist sowie als technischer Vorreiter und bekräftigte seine Rolle als Botschafter der italienischen Uhrmacherkunst in der Welt. Im Zuge dieses Erfolgs wurden Varianten wie der Neos Chronograph (ein sportlicher Unisex-Chronograph, ebenfalls gekennzeichnet durch den Kontrast zwischen farbigem Zifferblatt und schwarzem Armband) und sogar Sondereditionen wie der Neos All Black von 2009 eingeführt. Die Beteiligung weiterer zeitgenössischer Designer setzte sich fort: Persönlichkeiten wie Matteo Ragni, EMO Design, Officina Italiana Design und Werner Aisslinger arbeiteten an der Entwicklung neuer Modelle in der Designer Collection Lorenz mit. Diese Öffnung zum internationalen Design hat die Innovationsfähigkeit der Marke am Leben erhalten, während sie ihrer klassischen Identität treu blieb.

Von 2010 bis heute: Die Neulancierung mit Leader Watch Company und die Fortsetzung der Tradition

Nach über 80 Jahren Geschäftstätigkeit stellte sich Lorenz im neuen Jahrtausend neuen Marktherausforderungen und erneuerte seine Strukturen und Strategien. 2016 wurde die Marke Teil der Schweizer Holding Leader Watch Company, einer auf den Sektor spezialisierten Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, Lorenz sowohl produktionsseitig als auch vertriebs- und kommunikationsseitig neu zu beleben. Diese Umstellung führte zu frischen Investitionen und einer kommerziellen Reorganisation: Unter der Ägide von LWC erweiterte Lorenz sein Vertriebsnetz und ergänzte die Produktion eigener Modelle um den Vertrieb von Uhren anderer internationaler Marken in Italien (darunter Lacoste, Tommy Hilfiger, Hugo Boss) sowie die Lizenzverwaltung von Marken wie Belstaff. Darüber hinaus produzierte und vertrieb es weiterhin die "kleineren" Marken Laurens und Bino und sicherte so die Kontinuität des historisch entwickelten Mehrmarkenangebots.

Produktionsseitig hat Lorenz in den letzten Jahren neue Kollektionen auf den Markt gebracht, die Erbe und Modernität verbinden. Die bereits erwähnte Linie Granpremio zum Beispiel, die in jüngster Zeit eingeführt wurde, interpretiert den sportlichen Geist der historischen Montecarlo-Serien zeitgemäß neu und spielt mit der Welt des Automobilrennsports. Gleichzeitig wurde die Aufmerksamkeit für professionelle Taucheruhren erneuert: Die Diver-Kollektionen der neuesten Generation erinnern an den Erfolg der Modelle der 70er und 80er Jahre wie Delfin, Acapulco und Ouragan, jedoch mit aktualisierten technischen Merkmalen (zuverlässige Quarz- oder Automatikwerke, hohe Wasserdichtigkeit, moderne Materialien). Im Jahr 2019, wie bereits erwähnt, hat Lorenz die Produktion der Static-Tischuhr in einer aktualisierten Version wieder aufgenommen, um die Verbindung zu seiner glorreichen Vergangenheit zu unterstreichen. Gleichzeitig werden weiterhin klassische Armbanduhren, sowohl elegant als auch sportlich, angeboten, deren Design regelmäßig erneuert wird, um mit dem Geschmack des zeitgenössischen Marktes Schritt zu halten.

Lorenz verkörpert heute immer noch den Slogan „Classico Italiano dal 1934“, eine perfekte Synthese seiner Unternehmensphilosophie. Das bedeutet, hochwertige Produkte mit exzellenten technischen Eigenschaften zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, getreu einer rein italienischen Qualitätstradition. Die handwerkliche Sorgfalt, die sorgfältige Materialauswahl und die strengen Kontrollen in jeder Produktionsphase sind feste Bestandteile geblieben, ebenso wie ein qualifizierter und weltweit verbreiteter Kundendienst, ein Zeichen für das über die Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis zum Publikum. Nach über 90 Jahren ist die Marke Lorenz somit weiterhin ein Grundpfeiler der italienischen Uhrmacherkunst, eine Brücke zwischen der Kreativität des Designs und der Präzision der Technik. Ihre Geschichte – von den visionären Ursprüngen Tullio Bollettas über internationale Auszeichnungen wie den Compassi d'Oro bis hin zur aktuellen Erneuerung – zeugt von der Entwicklung der Uhrenkultur in Italien. Über Lorenz zu erzählen bedeutet, Jahrzehnte von Eleganz, Innovation und Leidenschaft Revue passieren zu lassen: eine Chronogeschichte, die bestätigt, dass hinter dem Ticken jeder ihrer Uhren das Herz der italienischen Uhrmachertradition schlägt.

 

credits: wikipedia - lorenz.it

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